Burlesque-Shooting
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es stand ein ganz neues Thema an:

Burlesque im DIta vin Teese Style.

ein Pay-Shooting 

hochprofessionell also.

Komplett mit Styling und Pi-Pa-Po.

Meine eigene Lingerie war mitzubringen. Und obwohl ich bereits über eine recht passable Ausstattung verfüge, habe ich im Vornherein dennoch ein kleines Vermögen für neue Unterwäsche, Strapshalter, Opernhandschuhe und Co ausgegeben. (Wovon am Ende nur ein winziger Bruchteil verwendet wurde).

Doch kommen wir zum Styling. Kleine Tipps, die ich gerne schon vorab gewusst hätte:

Eine Stylistin freut sich sehr darüber, wenn das Model am Tag vorm Styling ihrer Haut ein Peeling und besondere Hautpflege zukommen lässt. Ohne hatten wir ein wenig mit sich pellender Haut zu kämpfen.

Während des Stylings macht es Sinn, sich seiner Hose, bzw. anderer einengender Kleidungsstücke zu entledigen und sich etwas lockeres überzuwerfen, um der Haut die Möglichkeit zu geben, sich zu „entknittern“.

So hatte meine Haut leider unschöne Druckstellen, die die Nachbearbeitung der Bilder verkomplizieren. 

Aber die Bilder wurden trotzdem Phantastisch.

Das gesamte Styling hat tatsächlich drei Stunden in Anspruch genommen (wobei mir diese Zeit gar nicht so lange vorkam). Haare eindrehen, Gesicht (vor allem Augen) schminken, Contouring, und schließlich eine 50ies/60ies Frisur auf mein Haupt zaubern. 

Dann rein in die Lingerie und auf ins Posing. 

Von meinen bisherigen Shoots war ich ja schon einiges an Körperspannung gewohnt und ich wusste bereits, wenn es nicht wehtut, ist das Bild zu nix zu gebrauchen. Aber dieses Shooting hat ein neues Level erreicht.

Noch mehr ins Hohlkreuz, Bauch rein, Brust und Popo raus, Arme anspannen und gleichzeitig entspannt aussehen lassen. Hier bin ich sowas von ans Limit gegangen. Auf den Bildern sieht es so entspannt aus, doch was das Model für solche Bilder an Körperspannung hält! Wahnsinn.

Es sind wieder phantastische Bilder dabei gewesen und es hat sich absolut gelohnt. Mein Körper war am nächsten Tag ein einziger Schmerz und ich war verdammt stolz auf jede einzelne Muskelfaser, die sich mir da lautstark mitteilte.

Ja! Mehr davon! 

Meinen Körper herauszufordern und am Ende nicht nur selbst mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, sondern auch einen zufriedenen Auftraggeber und Fotografen zu haben. Das ist pure Euphorie

Mein erster Outdoor-Shoot
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Junge, war ich aufgeregt.

Über soziale Netzwerke habe ich einen Fotografen für mein erstes semiprofessionielles Shooting gefunden.

Eine interessante Location mit vielen Graffitis, die gute Bilder versprachen.

So viele Fragen im Vornherein. Was ziehe ich an? wie mache ich mir die Haare? wieviel Makeup trage ich auf?

Da es keine Visagistin gab, war ich also auf meine eigenen Fähigkeiten angewiesen. Eine Tüte mit … puh… fünf oder sechs Outfits im Schlepptau, die Haare gemacht und voll mit Adrenalin traf ich mich also mit dem Fotografen. 

In einer sehr abgelegenen Gegend. Ja, da war ganz kurz ein mulmiges Gefühl. Ich hatte mich vorab ja schon sehr viel mit dem Fotografen ausgetauscht und als wir uns dann gegenüber standen, war sofort klar: Die nächsten Stunden werden richtig Spaß machen. Wir schwammen sofort auf einer Wellenlänge und hatten enorm viel Spaß bei dem Shooting.

Ein lockerer Spruch folgte auf den nächsten und Jens (der Fotograf) hatte auch tolle Ideen fürs Posing. Seine Erfahrung hat mir an diesem Tag viel beigebracht. 

Was ich aber tatsächlich unterschätzt hatte: Das Posing für ein schönes Foto kann mitunter schmerzhaft sein. Nicht nur, dass ich mich auf pieksige Dornen gesetzt habe ^^ Beim Modeln werden Muskelgruppen angesprochen, von deren Existenz ich vorher noch nicht einmal wusste.

Ab ins Hohlkreuz, Anspannung bis in die Zehenspitzen, in der Pose verharren, bis das Bild geknipst ist und dabei aber das Gesicht im Griff haben. Das Modeln ist nicht einfach nur hübsch aussehen und knipsen lassen. Es kann mitunter harte Arbeit sein und das sollten gerade Anfänger in dem Business nicht unterschätzen.

Nach drei Stunden hatten wir knapp 600 Bilder im Kasten und wir waren beide sehr zufrieden. Ich habe unwahrscheinlich viel gelacht und hatte einen echten Workout hinter mir ^^ . 

Ja! Das ist genau mein Ding! Euphorie pur!

Bereits kurze Zeit später hatte ich eine Auswahl an den Bildern und konnte mich kaum sattsehen an den Ergebnissen. Hieraus eine Auswahl zu treffen, fiel mir unsagbar schwer. Über eine Stunde habe ich zwischen den Bildern Pros und Contras abgewogen und am Ende mein Urteil gefällt. 

Oh ja. Hiermit mache ich definitiv weiter. 

Besser spät als nie
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Endlich traue ich mich.

hat ja nur etwas über drei Jahrzehnte gedauert, bis ich mich im Spiegel anschauen konnte und gut fand, was ich dort erblickte.

Jahrelang gab es das eine Schönheitsideal. Schlank. Vollbusig, schmale Taille, knackiger Hintern. 90-60-90 halt. Was ich im Fernsehen erblickte, waren sehr schöne Frauen, die aber am Ende doch alle irgendwie des selben Stereotyps angehörten. Ich war davon weit entfernt. unter 55kg wog ich das letzte Mal vielleicht mit 11 Jahren. Allein die Vorstellung, ich könnte hübsch sein, kam mir nicht im entferntesten in den Sinn. Schön ist man doch nur, wenn die Waage wesentlich kleinere Zahlen zeigt.

Und ich habe viel Diäten ausprobiert, um diesem Ideal näher zu kommen. Habe mich um meinen Körper bemüht und Sport getrieben, doch habe ich meine Seele wohl hierbei vergessen. Und so habe ich immer wieder Diäterfolge (teilweise -15kg) feiern können, um nur ein Jahr später den Schutzpanzer wieder drauf zu haben. Meist sogar mit ein paar Schutzschichten mehr.

Ich wurde älter, reifer und erfahrener. Der Jojo-Effekt war noch immer mein ständiger Begleiter. Doch ich begann mittlerweile, meine Persönlichkeit zu entwickeln und mich um meine Seele zu kümmern. Ich habe Dinge aus meiner Vergangenheit gekramt, von denen ich nicht mal wusste, dass sie einen großen Effekt auf meine Laune haben könnten. Dinge, die augenscheinlich auch überhaupt nichts mit meinem Gewicht zu tun hatten. Aber kaum habe ich mich darum gekümmert, fing ich mehr und mehr an, mich einfach als das zu akzeptieren , was ich bin. Nicht nur Akzeptanz für mich zu empfinden, sondern sogar Liebe! Mir in den Spiegel zu sagen, dass ich mich bedingungslos liebe – und zwar so, wie ich bin, kam mir zu Beginn lächerlich vor. Aber warum? Wenn ich mich nicht toll finde, wie soll ein anderer das dann tun. und selbst wenn ein anderer mich toll findet, „dann erzählt der das doch bloß. der kann das doch nicht ernst meinen.“ Früher habe ich unbewusste jeden, der mir ein Kompliment machte, für einen Lügner/Schmeichler gehalten. Ich konnte halt nicht glauben, dass das aufrichtig gemeint sein könnte. Mittlerweile bedanke ich mich für Komplimente und nehme sie für bare Münze. Und was mindestens genauso viel Spaß macht: ich verteile Komplimente! wann immer ich etwas an jemandem sehe oder bemerke, das mir gefällt (sei es eine Attitüde, eine Erfahrung, eine Körpermerkmal oder auch ein Kleidungsstück/-stil), dann sage ich demjenigen das. Es ist toll, die Freude in den Augen meines Gegenübers aufblitzen zu sehen, wenn er für etwas anerkannt wird.

Und auch ich habe meinen Mut und meine Selbstliebe nicht ausschließlich aus mir selbst geholt. 

Nachdem im Fernsehen und auf Werbeplakaten immer öfter auch „normale“ Frauen jenseits der Size-Zero zu sehen waren, wuchs in mir das Selbstvertrauen. Ich sah Frauen mit ähnlichen Körpermaßen und ich fand sie richtig schön! Ich sah ein Plakat der Castingshow Curvy Supermodel und fand: „Das kannst du doch eigentlich auch“ 

Also Chance nutzen und für die dritte Staffel bewerben.

Ich hab meinen Mann dazu genötigt, Bilder von mir zu schießen, mich in Pose geworfen und habe dabei viel gelacht. Denn irgendwie war es komisch, mich vor ihn hinzustellen und halbe Verrenkungen zu machen. Meinen Mann und die Kamera mit ernstem Gesicht oder zumindest neutralem anschauen? EIn Ding der Unmöglichkeit. Und doch habe ich am Ende den Mut gefasst, meine Bewerbung auch abzuschicken. Gut, leider wurde ich abgelehnt und die Gewinnerin hat den Sieg auch absolut verdient – eine wunderschöne Frau. Dennoch: die Saat war gesetzt.

Schließlich fand ich eine Agentur, die mir ein kostenloses Shooting mit Feedback zu meiner Modeltauglichkeit anbot und ZACK! hab ich mich dahin beworben. Zwei Wochen musste ich auf diesen Termin warten.

Die beiden Nächte davor hab ich kaum ein Auge zumachen können, so aufgeregt war ich. Ich habe gefühlt das halbe Internet nach Tipps für Posen durchforstet und mir zig Videos angeschaut und das Gesehene vorm Spiegel umgesetzt.

Und dann kam endlich der Tag des Shootings. Es hat so wahnsinnig viel Spaß gemacht! Fünf Outfits und ab in die geübten Posen.  Ich war pro Outfit nach gefühlt jeweils nur einer Minute immer schon fertig. So schnell schon zum nächsten Outfit? Ich hätte Stunden lang posen können. Und das Feedback war am Ende auch entsprechend positiv.

Und hier bin ich nun. Hab meine eigene Homepage, eine Sedcard und Bilder, auf denen ich mir echt gut gefalle. Ich hoffe, noch oft in den Genuss zu kommen, mich vor der Kamera eines professionellen Fotografen in Posen werfen zu können und einfach Spaß dabei haben zu können. Und so auch anderen Menschen zeigen zu können, dass es nicht nur die eine Seite der Schönheit gibt. Schönheit hat so viele Gesichter. Meines gehört dazu – und Deines auch!