Neue Empfehlungen der DAH
Seit 2019 ist die medizinische HIV-Prophylaxe PrEP in Deutschland eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für „Menschen mit substanziellem HIV-Risiko“. Schätzungen zufolge gab es Ende 2024 rund 40.000 Nutzer*innen (wie schon Ende 2023), fast alle davon Männer, die Sex mit Männern haben.
Das Potenzial der PrEP ist damit aus Sicht der Deutschen Aidshilfe bei Weitem nicht ausgeschöpft – sie könnte noch viel mehr Menschen vor HIV schützen und zu einer Sexualität ohne Angst vor HIV beitragen. So sind zum Beispiel viele Frauen noch nicht ausreichend über die PrEP informiert worden und auch viele Sexarbeiter*innen haben wir noch nicht mit Infos zur PrEP erreicht. Ein Thema kann die PrEP aber zum Beispiel auch für Reisende sein, die in Ländern mit weiter HIV-Verbreitung sexuelle Kontakte haben.
Wir haben deshalb in der Bundesgeschäftsstelle neue PrEP-Botschaften und -Materialien entwickelt, um möglichst viele Menschen über diese HIV-Schutzmethode zu informieren. Im Zentrum stehen für uns dabei die Menschen, für die eine PrEP infrage kommen könnte, und Menschen, die für den Zugang zu PrEP wichtig sind, zum Beispiel Mitarbeiter*innen von Gesundheitsämtern und Beratungsstellen oder auch Ärzt*innen, die die PrEP verschreiben.
Hintergründe
PrEP-Aktivist*innen in aller Welt setzen sich dafür ein, allen Menschen, die die PrEP brauchen (könnten), die nötigen Informationen zu liefern, den Zugang und die Anwendung so einfach wie möglich zu machen und mögliche negative Auswirkungen der PrEP (zum Beispiel langfristige Nebenwirkungen) zu minimieren – zum Beispiel durch ein Einnahmeschema, das weniger Tabletten als die dauerhafte tägliche Einnahme erfordert.
Wichtig sind dafür möglichst einfach verständliche und umsetzbare Anleitungen zum PrEP-Start, zur PrEP-Einnahme und zum PrEP-Stopp.
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien (die derzeit gültige Fassung stammt von Anfang 2024) beziehen sich aber vor allem auf die dauerhafte tägliche Einnahme der Tabletten-PrEP, nennen die Kurz-PrEP rund um sexuelle Kontakte lediglich als Option für Männer, die Sex mit Männern haben, und geben kaum konkrete Hinweise zum Start und Stopp einer PrEP etwa für trans oder nicht-binäre Personen.
Dies ist vor allem mit der bisherigen Interpretation der Datenlage zu erklären: Lange Zeit waren Expert*innen der Meinung, dass vor allem eine hohe Wirkstoffkonzentration in den genitalen oder rektalen Schleimhäuten für den Schutz vor HIV entscheidend sei. Dies führt bis heute zu Einnahmeschemata, die im Prinzip von den beim Sex eingesetzten Organen und ihren Schleimhäuten abhängen.
Mittlerweile aber interpretieren viele Expert*innen ältere und neuere Forschungsergebnisse so, dass wahrscheinlich der Wirkstoffspiegel in bestimmten Immunzellen für die PrEP-Schutzwirkung wichtiger ist, und zumindest die britischen Leitlinien vom Sommer 2025 stimmen dem schon zu. Es handelt sich dabei um die sogenannten peripheren mononukleären Blutzellen (PBMCs), zu denen die HIV-Zielzellen gehören. Diese Zellen werden nicht vom Geschlecht, der Geschlechtsidentität, der Sexualität oder der Art des HIV-Risikos (sexuell oder beim Teilen von Spritzbesteck zum Drogenkonsum) beeinflusst. Sie kommen im gesamten Körper vor, sodass sowohl HIV-Risiken beim Sex als auch beim injizierenden Drogenkonsum abgedeckt sind.1
Das neue Verständnis der PrEP-Wirkungsweise führt zu der Aussage, dass alle die PrEP mit einer Doppeldosis beginnen können, also dass bei allen Menschen schon 2 Stunden nach der Einnahme von 2 PrEP-Tabletten auf einmal eine ausreichende Schutzwirkung vor HIV gegeben ist. (Bisher wurde und wird zum Beispiel cis Frauen und einigen trans und nicht-binären Menschen mit aufnehmendem Vaginalverkehr gesagt, dass sie sieben Tage lang oder sogar noch länger täglich 1 Tablette einnehmen müssen, bevor sie geschützt sind.)
Wichtig zur Vereinfachung der PrEP ist darüber hinaus die Botschaft, dass zum Schutz vor einer sexuellen HIV-Übertragung alle Nutzer*innen auch eine Kurz-PrEP rund um sexuelle Kontakte machen können. (Bisher sahen das die meisten Leitlinien anders und nannten die Kurz-PrEP – auch „intermittierende PrEP“, „anlassbezogene PrEP“ oder „PrEP on demand“ genannt – lediglich als eine nicht von der Zulassung gedeckte, aber praktizierte Option für Männer und trans Frauen, die Sex mit Männern haben.)
Ähnlich wie der schon Anfang 2024 aktualisierte und im Juli 2025 in der neuesten Ausgabe veröffentlichte UK Guide to PrEP informiert die Deutsche Aidshilfe deshalb mit neuen Materialien über diese neuen PrEP-Botschaften, um die PrEP-Anwendung zu erleichtern.
Eine ausführliche Darstellung der Hintergründe bietet der Beitrag „Neue PrEP-Leitlinien aus Großbritannien: Warum sie so spannend sind“ vom Juli 2025 (Kurzlink: https://t1p.de/fe0m9).
1 Die britischen Leitlinien von 2025 bleiben dennoch vorsichtig und empfehlen vorerst weiterhin eine längere Phase (7 Tage) zur Beendigung einer PrEP für aufnehmenden Vaginalverkehr und Neovaginalverkehr sowie für intravenösen Drogenkonsum.
Was ist die HIV-PrEP?
Bei einer HIV-PrEP nehmen HIV-negative Menschen vor, während und nach einem möglichen Kontakt mit HIV (in der Regel beim Sex) ein HIV-Medikament ein. So sind sie vor einer Ansteckung mit HIV geschützt, falls HIV in den Körper gelangt.
Die PrEP ist eine hochwirksame und selbstbestimmt anwendbare Methode zum Schutz vor HIV:
- Man ist nicht darauf angewiesen, dass Partner*innen für den Schutz sorgen, zum Beispiel mit Kondomen. Das ist vor allem für Menschen wichtig, die aufnehmenden Sex haben (z.B. „Bottoms“ beim Analverkehr, Frauen und andere Menschen mit Vagina oder Neovagina).
- Man ist auch in Situationen vor HIV geschützt, in denen man nicht oder nicht so gut für den eigenen Schutz sorgen kann, zum Beispiel unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol.
Die PrEP schützt so gut wie Kondome und Schutz durch Therapie vor HIV, wenn sie richtig angewendet wird. Sie schützt jedoch nicht vor anderen sexuell übertragenen Infektionen. Daher werden regelmäßige Checks auf Geschlechtskrankheiten empfohlen (v. a. Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien), damit man sich bei einer Infektion schnell behandeln lassen kann.
Wie funktioniert die HIV-PrEP?
Zur PrEP wird ein Medikament aus der HIV-Behandlung eingesetzt. Es hindert HIV daran, sich zu vermehren.
Die beiden Wirkstoffe in den Tabletten, die in Deutschland zur PrEP zur Verfügung stehen (Tenofovir, Emtricitabin), werden über den Magen in den Blutkreislauf aufgenommen und gelangen so in Zellen im gesamten Körper. Wenn HIV dann in seine Zielzellen eindringt, können sich die Viren nicht vermehren. Eine HIV-Infektion wird verhindert.
Dazu muss jedoch eine ausreichende Menge der Wirkstoffe im Blut vorhanden sein. Wird das Medikament abgesetzt, verschwinden bald die Wirkstoffe im Körper und somit auch die Schutzwirkung.
Die PrEP-Tabletten müssen deshalb auch nach dem HIV-Risiko genommen werden, da es mehrere Tage dauern kann, bis die HIV-Vermehrung komplett gestoppt ist: Wenn HIV einige Immunzellen infiziert hat, dauert es ein bis zwei Tage, bis diese Zellen absterben. Solange könnten sie, wenn nicht genügend Wirkstoff zur Unterdrückung der HIV-Vermehrung in den Zellen ist, andere Zellen infizieren. Wenn der Wirkstoffspiegel noch einige Tage lang hoch gehalten wird, verhindert dies also die Infektion neuer Zellen.
In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur wenige solcher Fälle bekannt geworden.
Für wen wird die HIV-PrEP empfohlen?
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien von 2024 empfehlen die PrEP für Menschen ab 16 Jahren mit erhöhtem („substanziellem“) HIV-Risiko. Dazu gehören zum Beispiel
- Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten Analverkehr ohne Kondom haben werden
- MSM und trans* Personen, die in den letzten zwölf Monaten eine Geschlechtskrankheit hatten
- Partner*innen von Menschen mit HIV, die keine HIV-Therapie machen, bei denen die HIV-Therapie nicht richtig wirkt oder bei denen die Zahl der HIV-Kopien noch nicht mindestens sechs Monate lang unter 200 pro ml liegt
- Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner*innen haben, bei denen eine undiagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist
- Drogen injizierende Personen, die keine sterilen Spritzbestecke verwenden (z. B. in Haft).
Hinweis: Der Oralverkehr wird hier nicht angesprochen, weil die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung hierbei vernachlässigbar gering ist – deshalb wird nach Oralverkehr mit einer (mutmaßlich) HIV-infizierten Person auch keine Post-Expositions-Prophylaxe angeboten, selbst bei Aufnahme von Sperma nicht. Wer ausschließlich Oralverkehr hat, aber keinen Anal- oder Vaginalverkehr, braucht prinzipiell keine PrEP.
Anlässe für eine Beratung zur PrEP
Anlässe für eine Beratung zur PrEP können unter anderen sein:
- selbst geäußerter Wunsch nach Einnahme der PrEP
- Angabe von kondomlosem einführendem oder aufnehmendem analem oder vaginalem Sex außerhalb einer monogamen Beziehung
- Diagnose einer sexuell übertragenen Infektion (STI)
- Angabe von Sex unter Gebrauch bewusstseinsverändernder Substanzen („Chemsex“, Alkohol)
- Angabe einer Konstellation mit einem*r HIV-positiven Partner*in bei nicht suppressiver ART, in der Anfangsphase einer ART oder ohne ART
- intravenöser Drogengebrauch ohne Benutzung steriler Spritzbestecke (z. B. in Haft)
- Angabe von Tätigkeit als Sexarbeiter*in
- (wiederholte) Notwendigkeit zur Durchführung einer PEP.
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien weisen außerdem darauf hin, dass insbesondere Frauen mit hohem HIV-Infektionsrisiko noch nicht adäquat von der PrEP profitieren. Informationen zur PrEP sollten Frauen daher z. B. auch in der gynäkologischen Praxis und der Reisemedizin angeboten werden.
Bezug und Kosten
Seit dem 1. September 2019 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente und Begleituntersuchungen bei Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko.
Die privaten Krankenversicherungen haben eigene Regelungen. Nach DAH-Recherchen vom Februar 2022 übernehmen nur wenige die Kosten der PrEP und die meisten lediglich für bereits bei ihnen Versicherte. Viele lehnen PrEP-Nutzer*innen als Neumitglieder ab oder verlangen höhere Tarife.
Geschulte Ärzt*innen, die die PrEP für gesetzlich Versicherte anbieten und sie daher auch privat Versicherten privat verschreiben können, lassen sich in allen Bundesländern über ein Tool des Bundesministeriums für Gesundheit finden, das auf ▸ aidshilfe.de/hiv-prep eingebettet ist.
Alternativ steht für die Suche auch die Angebotsliste der dagnä zur Verfügung (▸ dagnae.de/schwerpunktarztsuche), die gut die Hälfte der PrEP-Praxen abdeckt. Darüber hinaus empfehlen wir die PrEP-Angebotsliste von prep.jetzt (▸ https://prep.jetzt/index.php/aerzteliste).
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Ärzt*innen ein Kassenrezept für 3 Monate PrEP ausstellen, mit dem man sich bei Apotheken die Tabletten holen kann. Im Rahmen der dreimonatigen Checks kann dann auch jeweils ein neues Rezept ausgestellt werden.
Man kann sich die PrEP aber grundsätzlich auch von allen Ärzt*innen auf Privatrezept verschreiben lassen – auch gesetzlich Versicherte können diesen Weg gehen. Medikamente und Untersuchungen muss man dann aber selbst bezahlen.
Informationen dazu bietet der Flyer „HIV-PrEP auf Privatrezept“, der kostenlos unter ▸ https://www.aidshilfe.de/shop/hiv-prep-auf-privatrezept (Kurzlink: ▸ https://t1p.de/krr8s) bestellt oder heruntergeladen werden kann.
Kosten der PrEP auf Privatrezept für Nutzer*innen
Die Beratung zur PrEP kann kostenlos z. B. über Aidshilfen und Checkpoints (Adressen: kompass.hiv, Kategorien: Checkpoints) oder Gesundheitsämter erfolgen.
Die ärztlichen Leistungen zur PrEP (Untersuchungen, Beratung, Ausstellung des Rezepts/von Folgerezepten) sind von den Nutzer*innen zu zahlen. Das Ausstellen des Rezepts kostet je nach Beratungsdauer in der Regel ca. 10 bis 20 Euro, Wiederholungsrezepte sind günstiger. Untersuchungen sind in Checkpoints oder Gesundheitsämtern gegen eine geringe Gebühr möglich. Die wichtigsten Untersuchungen vor dem PrEP-Start kosten oft um die 50 Euro, in vielen Gesundheitsämtern sind sie sogar kostenlos.
Das Medikament (Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil 200/245 mg) kostet in der Regel zwischen etwa 40 und 70 Euro für 30 Tabletten.
Andere Wege, sich PrEP-Medikamente zu besorgen (z. B. im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt), können mit Risiken verbunden sein. Hier bietet die Seite prep.jetzt wichtige Informationen. Wichtig sind auf jeden Fall eine gute ärztliche Beratung, Vorbereitung und Begleitung der PrEP.
Neue Empfehlungen der DAH
Seit 2019 ist die medizinische HIV-Prophylaxe PrEP in Deutschland eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung für „Menschen mit substanziellem HIV-Risiko“. Schätzungen zufolge gab es Ende 2024 rund 40.000 Nutzer*innen (wie schon Ende 2023), fast alle davon Männer, die Sex mit Männern haben.
Das Potenzial der PrEP ist damit aus Sicht der Deutschen Aidshilfe bei Weitem nicht ausgeschöpft – sie könnte noch viel mehr Menschen vor HIV schützen und zu einer Sexualität ohne Angst vor HIV beitragen. So sind zum Beispiel viele Frauen noch nicht ausreichend über die PrEP informiert worden und auch viele Sexarbeiter*innen haben wir noch nicht mit Infos zur PrEP erreicht. Ein Thema kann die PrEP aber zum Beispiel auch für Reisende sein, die in Ländern mit weiter HIV-Verbreitung sexuelle Kontakte haben.
Wir haben deshalb in der Bundesgeschäftsstelle neue PrEP-Botschaften und -Materialien entwickelt, um möglichst viele Menschen über diese HIV-Schutzmethode zu informieren. Im Zentrum stehen für uns dabei die Menschen, für die eine PrEP infrage kommen könnte, und Menschen, die für den Zugang zu PrEP wichtig sind, zum Beispiel Mitarbeiter*innen von Gesundheitsämtern und Beratungsstellen oder auch Ärzt*innen, die die PrEP verschreiben.
Hintergründe
PrEP-Aktivist*innen in aller Welt setzen sich dafür ein, allen Menschen, die die PrEP brauchen (könnten), die nötigen Informationen zu liefern, den Zugang und die Anwendung so einfach wie möglich zu machen und mögliche negative Auswirkungen der PrEP (zum Beispiel langfristige Nebenwirkungen) zu minimieren – zum Beispiel durch ein Einnahmeschema, das weniger Tabletten als die dauerhafte tägliche Einnahme erfordert.
Wichtig sind dafür möglichst einfach verständliche und umsetzbare Anleitungen zum PrEP-Start, zur PrEP-Einnahme und zum PrEP-Stopp.
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien (die derzeit gültige Fassung stammt von Anfang 2024) beziehen sich aber vor allem auf die dauerhafte tägliche Einnahme der Tabletten-PrEP, nennen die Kurz-PrEP rund um sexuelle Kontakte lediglich als Option für Männer, die Sex mit Männern haben, und geben kaum konkrete Hinweise zum Start und Stopp einer PrEP etwa für trans oder nicht-binäre Personen.
Dies ist vor allem mit der bisherigen Interpretation der Datenlage zu erklären: Lange Zeit waren Expert*innen der Meinung, dass vor allem eine hohe Wirkstoffkonzentration in den genitalen oder rektalen Schleimhäuten für den Schutz vor HIV entscheidend sei. Dies führt bis heute zu Einnahmeschemata, die im Prinzip von den beim Sex eingesetzten Organen und ihren Schleimhäuten abhängen.
Mittlerweile aber interpretieren viele Expert*innen ältere und neuere Forschungsergebnisse so, dass wahrscheinlich der Wirkstoffspiegel in bestimmten Immunzellen für die PrEP-Schutzwirkung wichtiger ist, und zumindest die britischen Leitlinien vom Sommer 2025 stimmen dem schon zu. Es handelt sich dabei um die sogenannten peripheren mononukleären Blutzellen (PBMCs), zu denen die HIV-Zielzellen gehören. Diese Zellen werden nicht vom Geschlecht, der Geschlechtsidentität, der Sexualität oder der Art des HIV-Risikos (sexuell oder beim Teilen von Spritzbesteck zum Drogenkonsum) beeinflusst. Sie kommen im gesamten Körper vor, sodass sowohl HIV-Risiken beim Sex als auch beim injizierenden Drogenkonsum abgedeckt sind.1
Das neue Verständnis der PrEP-Wirkungsweise führt zu der Aussage, dass alle die PrEP mit einer Doppeldosis beginnen können, also dass bei allen Menschen schon 2 Stunden nach der Einnahme von 2 PrEP-Tabletten auf einmal eine ausreichende Schutzwirkung vor HIV gegeben ist. (Bisher wurde und wird zum Beispiel cis Frauen und einigen trans und nicht-binären Menschen mit aufnehmendem Vaginalverkehr gesagt, dass sie sieben Tage lang oder sogar noch länger täglich 1 Tablette einnehmen müssen, bevor sie geschützt sind.)
Wichtig zur Vereinfachung der PrEP ist darüber hinaus die Botschaft, dass zum Schutz vor einer sexuellen HIV-Übertragung alle Nutzer*innen auch eine Kurz-PrEP rund um sexuelle Kontakte machen können. (Bisher sahen das die meisten Leitlinien anders und nannten die Kurz-PrEP – auch „intermittierende PrEP“, „anlassbezogene PrEP“ oder „PrEP on demand“ genannt – lediglich als eine nicht von der Zulassung gedeckte, aber praktizierte Option für Männer und trans Frauen, die Sex mit Männern haben.)
Ähnlich wie der schon Anfang 2024 aktualisierte und im Juli 2025 in der neuesten Ausgabe veröffentlichte UK Guide to PrEP informiert die Deutsche Aidshilfe deshalb mit neuen Materialien über diese neuen PrEP-Botschaften, um die PrEP-Anwendung zu erleichtern.
Eine ausführliche Darstellung der Hintergründe bietet der Beitrag „Neue PrEP-Leitlinien aus Großbritannien: Warum sie so spannend sind“ vom Juli 2025 (Kurzlink: https://t1p.de/fe0m9).
1 Die britischen Leitlinien von 2025 bleiben dennoch vorsichtig und empfehlen vorerst weiterhin eine längere Phase (7 Tage) zur Beendigung einer PrEP für aufnehmenden Vaginalverkehr und Neovaginalverkehr sowie für intravenösen Drogenkonsum.
Was ist die HIV-PrEP?
Bei einer HIV-PrEP nehmen HIV-negative Menschen vor, während und nach einem möglichen Kontakt mit HIV (in der Regel beim Sex) ein HIV-Medikament ein. So sind sie vor einer Ansteckung mit HIV geschützt, falls HIV in den Körper gelangt.
Die PrEP ist eine hochwirksame und selbstbestimmt anwendbare Methode zum Schutz vor HIV:
- Man ist nicht darauf angewiesen, dass Partner*innen für den Schutz sorgen, zum Beispiel mit Kondomen. Das ist vor allem für Menschen wichtig, die aufnehmenden Sex haben (z.B. „Bottoms“ beim Analverkehr, Frauen und andere Menschen mit Vagina oder Neovagina).
- Man ist auch in Situationen vor HIV geschützt, in denen man nicht oder nicht so gut für den eigenen Schutz sorgen kann, zum Beispiel unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol.
Die PrEP schützt so gut wie Kondome und Schutz durch Therapie vor HIV, wenn sie richtig angewendet wird. Sie schützt jedoch nicht vor anderen sexuell übertragenen Infektionen. Daher werden regelmäßige Checks auf Geschlechtskrankheiten empfohlen (v. a. Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien), damit man sich bei einer Infektion schnell behandeln lassen kann.
Wie funktioniert die HIV-PrEP?
Zur PrEP wird ein Medikament aus der HIV-Behandlung eingesetzt. Es hindert HIV daran, sich zu vermehren.
Die beiden Wirkstoffe in den Tabletten, die in Deutschland zur PrEP zur Verfügung stehen (Tenofovir, Emtricitabin), werden über den Magen in den Blutkreislauf aufgenommen und gelangen so in Zellen im gesamten Körper. Wenn HIV dann in seine Zielzellen eindringt, können sich die Viren nicht vermehren. Eine HIV-Infektion wird verhindert.
Dazu muss jedoch eine ausreichende Menge der Wirkstoffe im Blut vorhanden sein. Wird das Medikament abgesetzt, verschwinden bald die Wirkstoffe im Körper und somit auch die Schutzwirkung.
Die PrEP-Tabletten müssen deshalb auch nach dem HIV-Risiko genommen werden, da es mehrere Tage dauern kann, bis die HIV-Vermehrung komplett gestoppt ist: Wenn HIV einige Immunzellen infiziert hat, dauert es ein bis zwei Tage, bis diese Zellen absterben. Solange könnten sie, wenn nicht genügend Wirkstoff zur Unterdrückung der HIV-Vermehrung in den Zellen ist, andere Zellen infizieren. Wenn der Wirkstoffspiegel noch einige Tage lang hoch gehalten wird, verhindert dies also die Infektion neuer Zellen.
In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur wenige solcher Fälle bekannt geworden.
Für wen wird die HIV-PrEP empfohlen?
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien von 2024 empfehlen die PrEP für Menschen ab 16 Jahren mit erhöhtem („substanziellem“) HIV-Risiko. Dazu gehören zum Beispiel
- Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den nächsten Monaten Analverkehr ohne Kondom haben werden
- MSM und trans* Personen, die in den letzten zwölf Monaten eine Geschlechtskrankheit hatten
- Partner*innen von Menschen mit HIV, die keine HIV-Therapie machen, bei denen die HIV-Therapie nicht richtig wirkt oder bei denen die Zahl der HIV-Kopien noch nicht mindestens sechs Monate lang unter 200 pro ml liegt
- Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner*innen haben, bei denen eine undiagnostizierte HIV-Infektion wahrscheinlich ist
- Drogen injizierende Personen, die keine sterilen Spritzbestecke verwenden (z. B. in Haft).
Hinweis: Der Oralverkehr wird hier nicht angesprochen, weil die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung hierbei vernachlässigbar gering ist – deshalb wird nach Oralverkehr mit einer (mutmaßlich) HIV-infizierten Person auch keine Post-Expositions-Prophylaxe angeboten, selbst bei Aufnahme von Sperma nicht. Wer ausschließlich Oralverkehr hat, aber keinen Anal- oder Vaginalverkehr, braucht prinzipiell keine PrEP.
Anlässe für eine Beratung zur PrEP
Anlässe für eine Beratung zur PrEP können unter anderen sein:
- selbst geäußerter Wunsch nach Einnahme der PrEP
- Angabe von kondomlosem einführendem oder aufnehmendem analem oder vaginalem Sex außerhalb einer monogamen Beziehung
- Diagnose einer sexuell übertragenen Infektion (STI)
- Angabe von Sex unter Gebrauch bewusstseinsverändernder Substanzen („Chemsex“, Alkohol)
- Angabe einer Konstellation mit einem*r HIV-positiven Partner*in bei nicht suppressiver ART, in der Anfangsphase einer ART oder ohne ART
- intravenöser Drogengebrauch ohne Benutzung steriler Spritzbestecke (z. B. in Haft)
- Angabe von Tätigkeit als Sexarbeiter*in
- (wiederholte) Notwendigkeit zur Durchführung einer PEP.
Die Deutsch-Österreichischen PrEP-Leitlinien weisen außerdem darauf hin, dass insbesondere Frauen mit hohem HIV-Infektionsrisiko noch nicht adäquat von der PrEP profitieren. Informationen zur PrEP sollten Frauen daher z. B. auch in der gynäkologischen Praxis und der Reisemedizin angeboten werden.
Bezug und Kosten
Seit dem 1. September 2019 übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Medikamente und Begleituntersuchungen bei Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko.
Die privaten Krankenversicherungen haben eigene Regelungen. Nach DAH-Recherchen vom Februar 2022 übernehmen nur wenige die Kosten der PrEP und die meisten lediglich für bereits bei ihnen Versicherte. Viele lehnen PrEP-Nutzer*innen als Neumitglieder ab oder verlangen höhere Tarife.
Geschulte Ärzt*innen, die die PrEP für gesetzlich Versicherte anbieten und sie daher auch privat Versicherten privat verschreiben können, lassen sich in allen Bundesländern über ein Tool des Bundesministeriums für Gesundheit finden, das auf ▸ aidshilfe.de/hiv-prep eingebettet ist.
Alternativ steht für die Suche auch die Angebotsliste der dagnä zur Verfügung (▸ dagnae.de/schwerpunktarztsuche), die gut die Hälfte der PrEP-Praxen abdeckt. Darüber hinaus empfehlen wir die PrEP-Angebotsliste von prep.jetzt (▸ https://prep.jetzt/index.php/aerzteliste).
Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, können Ärzt*innen ein Kassenrezept für 3 Monate PrEP ausstellen, mit dem man sich bei Apotheken die Tabletten holen kann. Im Rahmen der dreimonatigen Checks kann dann auch jeweils ein neues Rezept ausgestellt werden.
Man kann sich die PrEP aber grundsätzlich auch von allen Ärzt*innen auf Privatrezept verschreiben lassen – auch gesetzlich Versicherte können diesen Weg gehen. Medikamente und Untersuchungen muss man dann aber selbst bezahlen.
Informationen dazu bietet der Flyer „HIV-PrEP auf Privatrezept“, der kostenlos unter ▸ https://www.aidshilfe.de/shop/hiv-prep-auf-privatrezept (Kurzlink: ▸ https://t1p.de/krr8s) bestellt oder heruntergeladen werden kann.
Kosten der PrEP auf Privatrezept für Nutzer*innen
Die Beratung zur PrEP kann kostenlos z. B. über Aidshilfen und Checkpoints (Adressen: kompass.hiv, Kategorien: Checkpoints) oder Gesundheitsämter erfolgen.
Die ärztlichen Leistungen zur PrEP (Untersuchungen, Beratung, Ausstellung des Rezepts/von Folgerezepten) sind von den Nutzer*innen zu zahlen. Das Ausstellen des Rezepts kostet je nach Beratungsdauer in der Regel ca. 10 bis 20 Euro, Wiederholungsrezepte sind günstiger. Untersuchungen sind in Checkpoints oder Gesundheitsämtern gegen eine geringe Gebühr möglich. Die wichtigsten Untersuchungen vor dem PrEP-Start kosten oft um die 50 Euro, in vielen Gesundheitsämtern sind sie sogar kostenlos.
Das Medikament (Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil 200/245 mg) kostet in der Regel zwischen etwa 40 und 70 Euro für 30 Tabletten.
Andere Wege, sich PrEP-Medikamente zu besorgen (z. B. im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt), können mit Risiken verbunden sein. Hier bietet die Seite prep.jetzt wichtige Informationen. Wichtig sind auf jeden Fall eine gute ärztliche Beratung, Vorbereitung und Begleitung der PrEP.
Wie nimmt man die PrEP ein?
Vorbemerkung: Da zur HIV-PrEP in Deutschland bislang nur Tabletten mit den Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil zugelassen sind, beziehen sich die folgenden Angaben auf die Einnahme dieser PrEP-Tabletten.
Die PrEP kann nur dann vor HIV schützen, wenn die Tabletten konsequent eingenommen werden. Wichtig ist dabei, dass die PrEP vor, während und nachmöglichen Kontakten mit HIV genommen wird, damit genug Wirkstoff im Körper ist.
Die Deutsche Aidshilfe empfiehlt auf Grundlage von Studien und in Anlehnung an internationale Leitlinien ein einfaches PrEP-Schema, unabhängig von der geschlechtlichen Identität und der sexuellen Orientierung:
- PrEP-Start: Doppeldosis = 2 Tabletten auf einmal frühestens 24 bis spätestens 2 Stunden vor dem HIV-Risiko;
- PrEP-Schutzphase: im Zeitraum mit einem HIV-Risiko 1 Tablette täglich, alle 24 h (+/- 2 h) nach der Doppeldosis
- PrEP-Schutzabsicherung/-Stopp: nach dem letzten HIV-Risiko 1 Tablette täglich für 2 Tage (bei eindringendem Sex und aufnehmendem Analverkehr) oder 7 Tage (bei aufnehmendem Vaginalverkehr oder Neovaginalverkehr; außerdem bei intravenösem Drogenkonsum). Hat man in der Schutzabsicherungs-Phase doch noch mal ein HIV-Risiko, fangen die 2 oder 7 Tage von vorne an.
PrEP-Einnahmeschema

Auf eine griffige Formel gebracht, kann man das DX2- und das DX7-Schema unterscheiden:
D = Doppeldosis
X = Tage mit einem HIV-Risiko
2 oder 7 = 2 oder 7 Tage Schutzabsicherung (7 Tage bei aufnehmendem Vaginalverkehr oder Neovaginalverkehr sowie zur Beendigung einer PrEP bei intravenösem Drogenkonsum, sonst 2 Tage)
PrEP-Start
Doppeldosis = 2 Tabletten auf einmal frühestens 24 bis spätestens 2 Stunden vor dem HIV-Risiko
Um den PrEP-Beginn möglichst einfach zu machen, empfiehlt die Deutsche Aidshilfe eine Doppeldosis = 2 Tabletten auf einmal frühestens 24 Stunden bis spätestens 2 Stunden vor dem ersten möglichen HIV-Kontakt.
Dies wird mittlerweile in mehreren internationalen Leitlinien empfohlen, unabhängig von der geschlechtlichen Identität und der sexuellen Orientierung.
Mit einer Doppeldosis kann man auch eine Dauer-PrEP zum Schutz vor HIV bei intravenösem Drogenkonsum beginnen.
Die Deutsch-Österreichischen Leitlinien von 2024 erwähnen den PrEP-Start mit einer Doppeldosis nur für den Analverkehr. Für den Start einer dauerhaften PrEP empfehlen sie, an 2 Tagen vor dem ersten Risiko und für aufnehmenden Vaginal- und Neovaginalverkehr an 7 Tagen vor dem ersten Risiko je 1 Tablette täglich zu nehmen.
PrEP-Schutzphase
Im Zeitraum mit einem HIV-Risiko 1 Tablette täglich, alle 24 Stunden (+/- 2 Stunden) nach der Doppeldosis
Dauer-PrEP
Wenn man ein dauerhaftes HIV-Risiko hat, wenn man seine Sexkontakte nicht gut planen kann oder will oder wenn man mit der Schutzabsicherungsphase nicht gut zurechtkommt, sollte man die PrEP über einen längeren Zeitraum täglich einnehmen.
Kurz-PrEP
Wenn man seine HIV-Risiken auf kurze Zeiträume eingrenzen und seine Sexkontakte in der Regel gut planen kann, bietet sich die Kurz-PrEP rund um diese Kontakte an. Damit spart man Tabletten und auch Nebenwirkungen.
PrEP-Schutzabsicherung/-Stopp
Nach dem letzten HIV-Risiko weiterhin 1 Tablette täglich für 2 oder 7 Tage
Nach dem letzten HIV-Risiko oder zum Beenden einer PrEP nimmt man
- bei Analverkehr (eindringend und aufnehmend) und bei eindringendem Vaginal-/Neovaginalverkehr noch an 2 Tagen je 1 Tablette täglich,
- bei aufnehmendem Vaginalverkehr/Neovaginalverkehr noch an 7 Tagen je 1 Tablette täglich, um den HIV-Schutz abzusichern.
Die 7 Tage gelten auch zum Stopp einer Dauer-PrEP bei intravenösem Drogenkonsum.
In der Schutzabsicherungsphase darf man nicht mit HIV in Kontakt kommen. Hat man in dieser Phase doch noch mal ein HIV-Risiko, fangen die 2 oder 7 Tage von vorne an.
Die Schutzabsicherung ist wichtig, um die HIV-Vermehrung zu verhindern, falls HIV in den Körper gelangt ist. Dafür muss genug Wirkstoff im Körper sein.


Tipps rund um die PrEP-Einnahme
- Tabletten mit einem Snack oder nach dem Essen einnehmen
Das kann Nebenwirkungen verhindern oder abmildern, besonders bei einer Doppeldosis.
- Bei zu starken Nebenwirkungen: Doppeldosis aufteilen
Es kann sein, dass man nach dem Einnehmen von 2 Tabletten zur selben Zeit zu starke Nebenwirkungen hat. Dann kann man die 2 Tabletten im empfohlenen Zeitraum – 24 bis 2 Stunden vor dem Sex – auch getrennt in einem Abstand von 6 bis 12 Stunden nehmen.
- PrEP-Einnahme zu einem „Ritual“ machen oder mit etwas verbinden
Wenn man die PrEP-Tablette zum Beispiel immer abends nach dem Zähneputzen oder morgens zum Frühstück nimmt, kann es einem leichter fallen, die Einnahme nicht zu vergessen. Für den Start der PrEP mit einer Doppeldosis kann man dann eine passende Zeit auswählen.
- Das Wo und Wie der PrEP-Einnahme bedenken
Vor dem PrEP-Start sollte man darüber nachdenken, wo und wie man die PrEP nehmen will und wo man die Tabletten aufbewahrt: Sollen die Tabletten an einem Ort stehen, wo man sie sieht und nicht vergisst – oder will man eher nicht, dass andere Leute sie sehen?






















12. jula, a poseban običaj vezan za njega je lilanje. Lilanje podrazumeva paljenje lila (11.07.) baklji napravljenih od kore breze ili sušene trešnje, koje se nose kroz selo uoči Petrovdana. Ovaj običaj se tradicionalno praktikuje u mnogim krajevima Srbije, naročito u zapadnoj Srbiji, i simbolizuje proslavu, zaštitu doma, ritual čišćenja i obnavljanja energije.









Glavna karakteristika ovih psihijatrijskih poremećaja je prisustvo anksioznosti, odnosno straha. Ova dva osećanja, anksioznost i strah, se javljaju uvek kada procenimo da nam preti neka opasnost. Kažemo da se radi o strahu ako je opasnost neposredna, a da se radi o anksioznosti ako osoba strašljivo isčekuje neku opasnot u budućnosti. Pored straha koji se javlja u situacijama koje sa sobom realno nose neku opasnost, postoje i strahovi koji se javljaju kad opasnosti uopšte nema, ili je opasnost mala, a reakcija straha prenaglašena. Takvi strahovi se nazivaju patološkim, nerealnim ili bolesnim strahovima i osnov su mnogih oboljenja u psihijatriji, ali dominantno 

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koji su odgovor na te informacije. Ovim putem regulišu se mnoge aktivnosti u našem organizmu : metabolizam, seksualne aktivnosti, rast, količina vode i minerala u organizmu.Hormoni su organska jedinjenja različite hemijske prirode, koja se (putem krvi, limfe ili cerebrospinalne tečnosti) izlučuju iz žlezda i dospevaju do raznih oragana u ljudskom organizmu. Hormoni pronalaze ciljana tkiva prepoznavajući svoje receptore. Sa receptorima hormoni reaguju na specifičan način i nizom hemijskih reakcija izazivaju metabolički efekat u ćeliji. Njihovo delovanje je vrlo specifično, pa nedostatak hormona dovodi do karakterističnih promena u organizmu.
Abb.1 Strukturformel von Ephedrin
Abb. 2 Phenylethylaminstruktur





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Ako se protivite prirodi, morate snositi posledice. Ako biljci date suviše vode, ona će istruliti, a ako joj date premalo osušiće se. To znači da i u našim životima moramo postići i održavati sklad tela i duha i sklad niže i više svesti. Ne treba da vežbate preterano, ali ne smete ni biti nemarni. Ako vežbate prema uputstvima možete biti sigurni da ćete ubrati plodove svoga rada. Ali, budite strpljivi. Ljudi su, naročito u zapadnom svetu, naviknuti da očekuju trenutne rezultate. Ako smo bolesni, očekujemo pilulu koja će nas odmah izlečiti. Ako želimo da putujemo, uskačemo u automobil, voz ili avion i stižemo do svog cilja brzo i sa srazmerno malo napora. Raspolažemo mnoštvom električnih uređaja i industrijom zabave čiji je cilj da nam ne ostavi slobodno vreme u kojem bi smo se dosađivali ili morali suviše da razmišljamo. Kada smo nezadovoljni želimo jednostavna rešenja i postoje mnogi ljudi koji tvrde da nam ih mogu dati (ili prodati). Treba da shvatite kako smo temeljno prožeti ovim načinom mišljenja i da se zapitate da li je to ono pravo. Joga nema trenutne odgovore i rešenja i vi nećete postati Učitelj i postići savršenstvo preko noći – ni za nekoliko meseci ili čak godina. Ali, ako budete vežbali ispravno (svaki dan!), sa verom (a to neće biti lako), možete računati sa činjenicom da pouzdano napredujete ka cilju i da gradite temelj za život celovitosti, sreće i mira.




Definicija DOPINGA nije u skladu sa savremenim dostignućima u oblasti medicine sporta, ali i pored toga navešćemo neke koje pretenduju to da budu:

Grüner Star Symptome?

